Between the Seas Festival – Warum klein manchmal einfach besser ist

Das Between the Seas Festival gehört sicherlich nicht zu den größten Festivals des Sommers. Stattdessen findet es in der kleinen Gemeinde Kropp, rund 30 Minuten nördlich von Neumünster in Schleswig-Holstein, statt. Der Name kommt dabei nicht von ungefähr, denn das Festival liegt tatsächlich zwischen Nord- und Ostsee.

Für mich war es der erste Besuch beim Between the Seas. Allerdings konnte ich nur zwei der drei Veranstaltungstage miterleben.


Entspannte Anreise mit kleiner Parkplatz-Lektion

Die Anreise mit dem Auto verlief für mich völlig unkompliziert. Über die Autobahn war das Festival schnell zu erreichen, lediglich die letzten Kilometer führten über Landstraßen.

Auch die Parkplatzsituation war insgesamt entspannt. Geparkt wurde auf einer großen Wiese, von der aus man das Festivalgelände in etwa zehn Minuten zu Fuß erreichte.

Eine kleine organisatorische Besonderheit gab es allerdings am ersten Tag. Statt die Parkgebühr bereits bei der Einfahrt zu kassieren, lief ein Ordner nach dem Einweisen von Auto zu Auto und sammelte die fünf Euro Parkgebühr ein. Ehrlich gesagt tat er mir dabei fast etwas leid, weil er gleichzeitig Fahrzeuge koordinieren und kassieren musste und dadurch manchmal gar nicht wusste, was zuerst erledigt werden sollte.

Am zweiten Tag wurde dieses kleine Problem bereits gelöst. Die Gebühr wurde direkt bei der Einfahrt bezahlt – deutlich entspannter und aus meiner Sicht auch die bessere Lösung.

Wer lieber das komplette Festivalwochenende vor Ort verbringt, konnte den großzügigen Campingplatz nutzen, der sich nur wenige Gehminuten vom Eingang entfernt befand.


Ein Festival mit Dorfcharakter – und genau das macht den Reiz aus

Größentechnisch lässt sich das Between the Seas natürlich nicht mit den großen Festivals des Sommers vergleichen.

Ich würde es vielmehr – und das ist absolut positiv gemeint – als ein großes Dorffest mit Festivalcharakter beschreiben.

Warum?

Weil man das Gefühl hatte, dass gefühlt das ganze Dorf Teil dieses Festivals ist. Überall trafen Menschen auf Bekannte, Familien verbrachten gemeinsam den Tag und die Atmosphäre wirkte unglaublich herzlich.

Gerade viele Familien waren mit ihren Kindern auf dem Gelände unterwegs. Ein kluger Schachzug der Veranstalter, denn so wächst die nächste Festivalgeneration praktisch ganz selbstverständlich mit dem Event auf.


Drei Bühnen, kurze Wege und faire Preise

Auf dem Gelände warteten insgesamt drei Bühnen auf die Besucher:innen.

Die Mainstage war den großen Acts des Wochenendes vorbehalten, während auf den beiden kleineren Stages überwiegend Techno und Hardstyle mit vielen regionalen DJs gespielt wurde.

Dazu kamen zahlreiche Foodstände, wie man sie von Festivals kennt.

Besonders positiv sind mir dabei die Preise aufgefallen. Für Pommes zahlte ich rund vier Euro und auch das Bier lag – wenn ich mich richtig erinnere – bei etwa fünf Euro.

Bezahlt werden konnte sowohl mit Bargeld als auch mit EC-Karte. Auf Cashless-Armbänder oder aufladbare Bezahlkarten wurde komplett verzichtet. Ein Punkt, den ich persönlich sehr begrüße.


Solides Line-up mit viel Stimmung

Auch das Line-up konnte sich für den Ticketpreis absolut sehen lassen.

Es standen überwiegend deutschsprachige Artists auf den Bühnen, genau diese holten das Publikum aber hervorragend ab und sorgten für beste Stimmung.

Zu meinen persönlichen Highlights gehörten Le Shuuk am Donnerstag sowie Ely Oaks und HBz am Freitag, die die Crowd ordentlich zum Feiern brachten.


Fazit: Nicht spektakulär – aber unglaublich sympathisch

Für mich ging es am Samstag bereits wieder nach Hause, sodass ich den letzten Festivaltag leider verpasst habe.

Mein Gesamteindruck vom Between the Seas Festival ist dennoch durchweg positiv.

Natürlich ist es kein Festival, das die größten Stars der Szene verpflichtet oder mit riesigen Bühnenproduktionen beeindruckt. Aber genau das muss es auch gar nicht.

Das Festival überzeugt vielmehr mit einem stimmigen Gesamtpaket: einem für den Ticketpreis starken Line-up, kurzen Wegen, einer familiären Atmosphäre und einem Miteinander, das man auf vielen großen Festivals inzwischen nur noch selten erlebt.

Wer kein spektakuläres Bühnenbild oder riesige Feuerwerke braucht und stattdessen Wert auf entspannte Festivalstimmung legt, kann hier ein wirklich schönes Wochenende verbringen.

Mir selbst ist aufgefallen, wie oft ich mit anderen Besucher:innen ins Gespräch gekommen bin – und genau das macht für mich den besonderen Charme dieses Festivals aus.

Einen wirklichen Kritikpunkt habe ich kaum gefunden. Lediglich die kleine Parkplatzorganisation am ersten Abend hätte etwas besser laufen können, wurde aber bereits am zweiten Tag verbessert.

Ein Wunsch für die nächste Ausgabe wäre lediglich, zusätzlich zum Online-Timetable ein oder zwei große Timetable-Banner auf dem Gelände aufzuhängen. Da das Mobilfunknetz teilweise sehr schwach war, ließ sich der Zeitplan über Instagram nicht immer zuverlässig aufrufen.

Gerade bei einem familiären Festival wie diesem wäre das eine einfache, aber hilfreiche Ergänzung.

Der Vorverkauf für das Between the Seas 2027 läuft schon und du kannst dir gleich hier dein Ticket sichern: Ticketshop