Open Beatz 2026 Review – Heiße Sommertage, gute Laune und zwei Hochzeiten

Meine Premiere beim Open Beatz Festival

Nächste Station in diesem Festivalsommer war für mich das Open Beatz Festival in der Nähe von Nürnberg. Für mich sollte es eine Premiere werden.

Entsprechend früh klingelte am Freitagmorgen um 4 Uhr der Wecker. Von Lüneburg aus ging es mit der Bahn Richtung Nürnberg. Da das Festivalgelände etwas außerhalb liegt, führte mich der Weg anschließend mit der S-Bahn ins beschauliche Puschendorf.

Von dort begann die kleine Wanderung zum Festivalgelände. Für Flachländer wie mich war der rund zwei Kilometer lange Fußweg inklusive einiger Höhenmeter durchaus eine kleine Herausforderung – natürlich mit einem Augenzwinkern betrachtet.

Nach etwa 25 Minuten erreichte ich schließlich das in die Natur eingebettete Festivalgelände mit seinen acht Bühnen.


Ein Gelände mit Wohlfühlfaktor

Das Gelände hat mir auf Anhieb gefallen. Die hügelige Landschaft sorgte immer wieder für schöne Ausblicke, während der See und die zwischen den Bäumen versteckten Bühnen eine angenehme Atmosphäre schufen.

Im Mittelpunkt des Festivals stand die Mainstage „Caldera“, die von einem riesigen Drachen überblickt wurde. Hier spielten unter anderem Timmy Trumpet, Alle Farben, HBz sowie am Sonntag auch Mia Julia, Ski Aggu und Cascada. Künstlerinnen und Künstler, die vielleicht nicht jeder sofort mit einem EDM-Festival verbindet, die vom Publikum aber hervorragend angenommen wurden.

Auch die Opening Ceremony sowie die wirklich gelungene Closing Ceremony fanden hier statt. Besonders angenehm bei den hochsommerlichen Temperaturen waren die Wasserfontänen, die bei einigen Drops in die Höhe schossen und für eine willkommene Abkühlung sorgten.


Hardtechno, Hardstyle und jede Menge Energie

Richtig gut gefallen hat mir auch die Stoneland Stage, auf der der Hardtechno zuhause war. Zwischen Riesenrad und See gelegen, sorgten hier Acts wie Kobosil, Kalte Liebe Live oder Prada2000 für ein enormes Energielevel.

Mir gefällt die Stimmung vor den Hardtechno-Bühnen einfach unglaublich gut. Die Menschen haben sichtbar Spaß und selbst wenn man gerade nicht mit voller Energie unterwegs ist, steckt einen die Atmosphäre förmlich an.

Auch auf der Hardstyle-Stage „Zone 3“ war ich immer wieder unterwegs. Die Bühne lag etwas abseits vom restlichen Gelände, sodass der Weg dorthin jedes Mal entlang der Foodmeile führte.

Hier habe ich unter anderem Jebroer erlebt, der wieder einmal eine starke Performance ablieferte. Außerdem schaute ich bei DROPIXX vorbei, mit dem ich kurz zuvor noch Content produziert hatte. Besonders schön war für mich auch der Besuch bei ANVEE am Sonntag. Das sympathische Duo sorgte mit guter Laune und viel Leidenschaft für einen gelungenen Start in den letzten Festivaltag.


Mein persönliches Highlight: Der Magical Forest

Mein Lieblingsort auf dem gesamten Festival war allerdings der Magical Forest.

Die liebevolle Dekoration, die Fabelwesen zwischen den Bäumen und die gesamte Atmosphäre machten diese Area zu etwas ganz Besonderem. Dass dort überwiegend House gespielt wurde und damit genau mein musikalischer Geschmack getroffen wurde, machte die Sache natürlich perfekt.

Zusätzlich bot die Stage im Wald die ideale Möglichkeit, der Sonne zwischendurch einmal zu entkommen.


Licht und Schatten bei Sound und Infrastruktur

Weniger überzeugt hat mich die DarkWoods Stage. Das lag allerdings weniger an der Bühne selbst, sondern vor allem am Sound. Dieser wirkte teilweise sehr leise, wodurch insbesondere weiter hinten nicht wirklich Festivalfeeling aufkam.

Generell hatte ich an einigen Stellen den Eindruck, dass die Lautstärke tagsüber etwas zurückhaltend war. Ich habe zwischenzeitlich sogar meine Ohrstöpsel herausgenommen, um zu prüfen, ob es nur mein Eindruck war. Gerade bei energiegeladenen Acts hätte ich mir hier etwas mehr Druck gewünscht. Am Abend wurde das auf der Mainstage deutlich besser.

Positiv hervorheben möchte ich dagegen den Umgang mit den hohen Temperaturen. Über das gesamte Gelände verteilt standen Sonnencreme-Stationen bereit und an den Wasserstellen konnten die Besucher ihre Flaschen kostenlos auffüllen. Dazu kamen zahlreiche überdachte Sitzbereiche in der Food Area, die bei über 30 Grad sehr willkommen waren.


Preise: Getränke okay, Essen zu teuer

Die Getränkepreise bewegten sich im üblichen Festivalrahmen. Ein Bier kostete 6,50 Euro, eine Cola 5 Euro und Wasser 4,50 Euro.

Bei den Essenspreisen hörte mein Verständnis allerdings auf. 11 Euro für eine Bratnudelbox sind für mich eine Grenze, die ich persönlich nicht mehr akzeptieren möchte. Entsprechend habe ich mich nach dem Festival lieber am Nürnberger Bahnhof verpflegt.


Heiraten auf dem Festival? Beim Open Beatz kein Problem

Eine Besonderheit des Open Beatz ist die eigens aufgebaute Festival-Kirche.

Dort wurden an diesem Wochenende gleich zwei Hochzeiten gefeiert. Ein schöner Moment, der zeigt, dass Festivals für viele Menschen weit mehr sind als nur Musikveranstaltungen.

An dieser Stelle natürlich herzlichen Glückwunsch an beide Paare.


Kritikpunkt Sonderzüge

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dennoch.

Die zusätzlichen Sonderzüge Richtung Nürnberg sind grundsätzlich eine tolle Sache. Problematisch ist allerdings die Fahrzeit des letzten Zuges. Durch den langen Fußweg zum Bahnhof mussten viele Besucher bereits 15 bis 20 Minuten vor dem Ende des letzten Acts oder der Closing Show das Gelände verlassen, um den Zug noch zu erreichen.

Hier wäre eine Anpassung der Fahrzeiten wünschenswert. Zusätzlich würden Shuttlebusse zwischen Bahnhof und Festivalgelände den Komfort deutlich erhöhen.


Fazit: Ein echtes Wohlfühlfestival

Was mir während des gesamten Wochenendes besonders aufgefallen ist, war die entspannte und freundliche Atmosphäre auf dem Festival.

Das Miteinander war genau so, wie man es sich in unserer Szene wünscht: respektvoll, offen und hilfsbereit.

Für mich war das Open Beatz 2026 eine rundum gelungene Premiere. Das Wetter war hervorragend, die Menschen waren gut drauf und das Line-up bot eine gelungene Mischung unterschiedlichster Genres. Hinzu kommen öffentliche Meet & Greets, viele Rückzugsmöglichkeiten und ein Gelände, auf dem man sich schnell wohlfühlt.

Das Open Beatz zeigt, dass ein Festival nicht zwangsläufig die größten Headliner der Welt braucht, um zu funktionieren. Die Ticketpreise bleiben vergleichsweise erschwinglich, das Publikum ist bunt gemischt und die Atmosphäre familiär.

Genau dieses Miteinander macht das Open Beatz am Ende zu einem echten Wohlfühlfestival.

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