Knapp 30.000 Fans der elektronischen Musik verwandelten den Olgapark in Oberhausen am vergangenen Samstag wieder in eine riesige Open-Air-Party. Auf insgesamt 25 Floors sorgten rund 250 DJs für Musik aus nahezu allen Bereichen der elektronischen Musik – von Techno über Trance bis hin zu Hardtechno und Hardstyle. Dabei zeigte sich einmal mehr, was die Ruhr in Love seit Jahren ausmacht: Hier kommen Menschen aller Altersklassen zusammen, um gemeinsam einen Tag lang die Musik zu feiern. Bei sommerlichen 26 Grad und strahlendem Sonnenschein hätten die Bedingungen dafür kaum besser sein können.
Anreise mit Verspätung – dank Shuttle trotzdem entspannt
Für mich begann der Tag bereits früh mit der Zugfahrt von Lüneburg nach Essen, wo sich mein Hotel befand. Überraschung – die Deutsche Bahn machte ihrem Ruf mal wieder alle Ehre und mein Zug hatte rund 60 Minuten Verspätung. Mein Zeitplan war damit erstmal ordentlich durcheinandergeworfen.
Nachdem ich mein Gepäck schnell im Hotel verstaut hatte, ging es direkt mit der S-Bahn weiter nach Oberhausen. Dort angekommen, wartete bereits der kostenfreie Shuttlebus, der mich ohne nennenswerte Wartezeit Richtung Festivalgelände brachte.
Nach einem etwa fünf- bis zehnminütigen Fußweg von der Endstation entfernt holte ich mir noch mein Festivalbändchen – und schon konnte der Tag beginnen.
Ein Festivalgelände mit besonderem Charme
Mir persönlich hat das Gelände direkt gut gefallen. Der Olgapark mit seinen Grünflächen, Wassergräben und den markanten Türmen sorgt für eine Kulisse, die sich deutlich von vielen anderen Festivalgeländen unterscheidet.
Den ersten Teil des Tages habe ich vor allem damit verbracht, über das Gelände zu schlendern. Statt direkt längere Zeit vor einer Bühne zu verbringen, habe ich mich einfach treiben lassen und versucht, möglichst viele Floors einmal mitzunehmen.
Dabei ist mir allerdings auch ein kleiner Kritikpunkt aufgefallen. Da einige Bühnen relativ nah beieinander liegen, überlagerten sich die Sounds stellenweise. Je nachdem, wo man gerade stand, konnte das teilweise etwas störend sein.
Ocean Electric Stage als echtes Highlight
Besonders gut gefallen hat mir die Ocean Electric Stage.
Die Bühne war mitten im Wasser aufgebaut und sorgte damit nicht nur optisch für einen echten Hingucker. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, direkt im Wasser zu tanzen oder sich bei den sommerlichen Temperaturen zwischendurch etwas abzukühlen. Gerade an diesem warmen Tag war das eine richtig schöne Idee.
Neelix, Kobosil und ein kurzer Besuch bei Le Shuuk
Das erste Mal wirklich längere Zeit vor einer Bühne stehen geblieben bin ich beim Set von Neelix.
Mit seiner Energie auf der Bühne schaffte er es sofort, die Stimmung auf die Crowd zu übertragen und sorgte für eine richtig gute Atmosphäre.
Zwischendurch ging es dann noch kurz backstage zu Le Shuuk, mit dem uns inzwischen eine enge Zusammenarbeit und ein freundschaftliches Verhältnis verbindet. Natürlich blieb dabei auch noch Zeit für das eine oder andere Foto auf der Center Stage.
Anschließend zog es mich weiter zur Stage von Klaudia Gawlas, wo ich mir das Set von Kobosil angesehen habe.
Und ich muss sagen: Was für ein starkes Set.
Es hat mich einmal mehr darin bestätigt, dass Hardtechno inzwischen immer mehr meinen Geschmack trifft und ich mich mit diesem Genre definitiv weiter beschäftigen werde.
Den restlichen Abend habe ich wieder so verbracht, wie ich den Tag begonnen hatte – einfach über das Gelände treiben lassen, hier und da stehen bleiben und das eine oder andere nette Gespräch mit anderen Besucher:innen führen.
Große Auswahl bei Food & Drinks
Verpflegungstechnisch war aus meiner Sicht alles vorhanden, was man auf einem Festival braucht. Wobei ich zugeben muss, dass ich auf Festivals ohnehin nicht der größte Konsument bin.
Von Burgern, Pommes, Döner, Crêpes und Churros bis hin zu Subway war die Auswahl groß und auch an Getränken fehlte es nicht. Ein V+ kostete 6,90 Euro zuzüglich zwei Euro Pfand für die Dose. Eine Flasche Wasser lag bei 4,50 Euro plus Pfand.
Kostenlose Trinkwasserstationen sind mir persönlich allerdings nicht aufgefallen.
Ein Moment, der in Erinnerung bleibt
Einen Moment gab es an diesem Tag, der mir besonders positiv in Erinnerung geblieben ist.
Direkt neben dem Festival befindet sich eine Seniorenresidenz und ihre Bewohner werden ganz bewusst in die Ruhr in Love integriert.
Pünktlich gegen 15 Uhr sah man eine Gruppe Betreuer, die gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern – einige im Rollstuhl, andere mit Rollatoren – über das Festivalgelände spazierte.
Ich finde, das ist eine wirklich tolle Idee.
Gerade älteren Menschen auf diese Weise die Möglichkeit zu geben, Teil eines solchen Events zu sein und etwas Abwechslung in ihren Alltag zu bringen, verdient aus meiner Sicht ein großes Lob.
Entspannte Abreise
Gegen 21:30 Uhr und damit etwa eine halbe Stunde vor Festivalende machte ich mich schließlich auf den Rückweg.
Nach dem kurzen Fußweg zurück zu den Shuttlebussen ging es auch diesmal wieder ohne lange Wartezeiten zurück zum Oberhausener Hauptbahnhof und anschließend weiter nach Essen ins Hotel.
Für viele Besucher begann jetzt erst die Afterparty – für mich endete dort ein rundum gelungener Festivaltag.
Fazit: Ein Festival, das einfach funktioniert
Für mich war die Ruhr in Love ein wirklich gelungener Festivaltag.
Das Konzept mit den vielen verschiedenen Floors sorgt dafür, dass musikalisch eigentlich jeder etwas für sich findet. Dazu kommt ein schönes Gelände, eine entspannte Atmosphäre und eine insgesamt sehr gute Organisation.
Klar, die teilweise nah beieinanderliegenden Bühnen sorgen hier und da für Soundüberschneidungen und kostenlose Trinkwasserstationen hätte ich mir ebenfalls gewünscht. Wirklich große Kritikpunkte sind das für mich aber nicht.
Unterm Strich hatte ich einen richtig schönen Tag, den ich sehr genossen habe und an den ich gerne zurückdenken werde.
Wer im nächsten Jahr selbst dabei sein möchte, kann sich den 5. Juli 2027 bereits vormerken. Der Ticketverkauf für die nächste Ruhr in Love läuft bereits.


