Wer Big Tim schon einmal live erlebt hat, weiß: Kaum ein Künstler versprüht auf der Bühne so viel Energie wie der sympathische Norddeutsche. Doch hinter den mitreißenden Festivalshows steckt ein Mensch, der trotz wachsendem Erfolg bewusst bodenständig geblieben ist und den Kontakt zu seinen Fans mehr schätzt als Streams oder Klickzahlen.
Im Gespräch mit Ravepedia spricht Big Tim über die Highlights seines Festivalsommers, die Bedeutung seiner Freunde und warum für ihn gute Laune das Wichtigste ist – auf der Bühne genauso wie im echten Leben.
Ravepedia:
Wir sind mitten in der Festivalsaison. Hattest du in diesem Sommer schon dein persönliches Highlight oder ist der World Club Dome für dich bisher der Höhepunkt?
Big Tim:
Der World Club Dome war schon richtig crazy. Ich habe es eben schon mal gesagt: Es ist einfach Family, die hier zusammenkommt. Man kennt die Leute und für mich ist das jedes Jahr ein absolutes Highlight.
Ich muss aber auch sagen, dass der Spring Break dieses Jahr auch etwas ganz Besonderes war. Als ich auf die Stage gekommen bin, standen da vielleicht 30 oder 40 Leute. Am Ende gab es Einlassstopp und die Bühne war mit rund 5.000 Menschen komplett voll.
Das war schon ein Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Ravepedia:
Da kommt dieses Jahr bestimmt noch einiges dazu. Wir möchten unseren Lesern aber auch den Menschen hinter Big Tim zeigen. Die meisten kennen dich als absolutes Energiebündel auf der Bühne. Wie würdest du den Menschen Big Tim in drei Worten beschreiben, wenn du gerade nicht auf der Bühne stehst?
Big Tim:
Ich bin eigentlich immer on fire. Das kann man gar nicht anders sagen. Ich bin privat genauso wie auf der Bühne. Das höre ich auch immer wieder von den Fans, wenn wir uns treffen oder miteinander sprechen.
Das ist keine Rolle oder irgendein Charakter, den ich spiele – ich bin einfach so. Deshalb fällt es mir schwer zu sagen, dass ich abseits der Bühne anders bin.
„Meine Freunde holen mich immer wieder auf den Boden zurück.“
Ravepedia:
Lass uns auf deine Entwicklung schauen. Wenn du auf die vergangenen Jahre zurückblickst: Worauf bist du heute am meisten stolz – nicht nur musikalisch, sondern auch als Mensch?
Big Tim:
Ich glaube, dass immer noch dieselben Freunde und dasselbe Team an meiner Seite sind wie ganz am Anfang.
Das sind die Jungs, mit denen ich zur Schule gegangen bin oder zusammen im Fußballverein gespielt habe. Natürlich sind über die Jahre viele neue Menschen dazugekommen, aber ich finde es unglaublich wichtig, seinen Grundstamm zu behalten und nicht irgendwann abzuheben.
Meine Freunde holen mich immer wieder auf den Boden zurück – ganz anders, als es vielleicht Leute aus der Branche könnten. Da geht es oft nur um Musik oder das Business.
Wenn wir im Sommer zusammen angeln gehen, reden wir eigentlich überhaupt nicht über DJing.
„Ich bin jedem Einzelnen dankbar, der diese Reise mitverfolgt.“
Ravepedia:
Die Verbindung zu deinen Fans ist etwas Besonderes. Wie wichtig ist dir diese Community persönlich?
Big Tim:
Sie ist mein Ein und Alles.
Gestern habe ich hier auf der Bumble Stage gespielt – das ist, glaube ich, die kleinste Stage beim World Club Dome. Wir mussten sogar früher aufhören, weil so viele Leute gekommen sind.
Danach habe ich selbst zum Veranstalter gesagt: „Wir brauchen noch eine kleine Ecke. Ich möchte mit den Fans quatschen.“ Dann haben wir Fotos gemacht und uns einfach unterhalten.
Ich finde es unglaublich wichtig, den Menschen auch etwas zurückzugeben. Ich bin jedem Einzelnen dankbar, der diese Reise mitverfolgt. Deshalb ist die Verbindung zu meiner Community sehr eng und sehr persönlich.
Ravepedia:
Dann schauen wir zum Abschluss noch nach vorne. Was hast du für die Zukunft geplant und worauf dürfen sich deine Fans freuen?
Big Tim:
Wir gehen dieses Jahr mit einem komplett neuen Showkonzept an den Start. Es heißt Back to Best.
Dabei möchte ich das Thema meiner Allstars wieder aufgreifen. Ich kann natürlich nicht bei jedem Gig Künstler wie Heinz Rudolf Kunze, Matthias Reim oder Loona mitbringen. Deshalb holen wir sie virtuell auf die Bühne. Sie erscheinen auf den großen LED-Wänden und sprechen teilweise sogar direkt mit dem Publikum.
Ich finde das unglaublich emotional. Wenn zum Beispiel Matthias Reim plötzlich auf der Leinwand zur Crowd spricht, geht das schon unter die Haut.
Ich bin sehr gespannt, wie das bei den Menschen ankommt.
Ravepedia:
Wir haben das gestern selbst erlebt und mussten tatsächlich zweimal hinschauen. Für einen kurzen Moment dachten wir wirklich, Heinz Rudolf Kunze steht auf der Bühne.
Big Tim:
(lacht) Genau so soll es sein.
„Das Schönste ist für mich, wenn ich in die Menge schaue und überall Menschen sehe, die grinsen.“
Ravepedia:
Zum Abschluss noch unsere Ravepedia Signature Question.
Stell dir vor, jemand hört deine Musik zum ersten Mal – spät in der Nacht, auf einer Tanzfläche, genau im richtigen Moment. Welches Gefühl soll diese Person in diesem Augenblick erleben?
Big Tim:
Sie soll einfach den Alltag vergessen und komplett in der Musik aufgehen.
Bei mir geht es immer um gute Laune. Ich sage das auch in jedem Set: Egal ob wir jetzt eine Stunde zusammen feiern oder länger – es geht um Abriss und darum, gemeinsam Spaß zu haben.
Das Schönste ist für mich, wenn ich in die Menge schaue und überall Menschen sehe, die grinsen. Diese Energie bekommt man zurück und genau das ist das Gefühl, das meine Musik vermitteln soll.
Ravepedia:
Ich glaube, das ist das perfekte Schlusswort. Vielen Dank für das Interview und weiterhin eine großartige Festivalsaison!
Big Tim:
Danke euch!

