Manchmal beginnt eine Erfolgsgeschichte genau dort, wo man zunächst einen Rückschlag vermutet. Als Toby Romeo 2020 als Warm-up-DJ vor Felix Jaehn spielte, wurde sein Set nach kurzer Zeit abgebrochen. Was damals frustrierend wirkte, entwickelte sich später zu einem der wichtigsten Wendepunkte seiner Karriere.
Im Interview mit Ravepedia blickt der österreichische Produzent auf diesen besonderen Moment zurück, spricht über Inspiration, Perfektionismus und verrät, warum Fans in den kommenden Monaten besonders aufmerksam sein sollten.
Ravepedia:
Wir sind jetzt mitten in der Festivalsaison. Wie würdest du deinen Start in die Saison mit einem Satz beschreiben?
Toby Romeo:
Mit einem Satz? Boah, der muss sitzen. (lacht)
Darf es auch nur ein Wort sein?
Ravepedia:
Von mir aus auch ein Wort.
Toby Romeo:
Brillant.
Ravepedia:
Was war so brillant?
Toby Romeo:
Die Energie.
Ravepedia:
Nur heute oder generell?
Toby Romeo:
Generell. Ich finde den Start der Festivalsaison immer super spannend, weil noch jeder frisch ist. Die ersten Festivals stehen an und man merkt einfach, dass alle unglaublich viel Energie haben. Das macht für mich jedes Jahr den besonderen Reiz aus.
„Tatsächlich wurde mein Set nach etwa 20 Minuten abgebrochen, weil es einfach zu hart war.“
Ravepedia:
Du bist sehr jung in dieses Musikgeschäft gekommen und früh in der Szene aufgefallen. Gibt es einen Moment in deiner Karriere, der sich rückblickend als Wendepunkt herausgestellt hat?
Toby Romeo:
Definitiv. Das war 2020.
Ich habe Felix Jaehn nach einer Show kennengelernt, bei der ich vor ihm gespielt habe. Damals war ich als Warm-up-Act gebucht, habe aber schon sehr energetisch gespielt und mein Ding ziemlich konsequent durchgezogen. Das kam bei Felix und seinem Team damals nicht so gut an. Tatsächlich wurde mein Set nach etwa 20 Minuten abgebrochen, weil es einfach zu hart war.
Heute verstehe ich das. Damals habe ich es natürlich nicht verstanden.
Aber genau dadurch sind wir ins Gespräch gekommen. Ich habe Felix ein paar Demos geschickt und irgendwann haben wir angefangen zusammenzuarbeiten. Die gemeinsame Single „Where The Lights Are Low“ war für mich definitiv der Wendepunkt, weil es dadurch auf einmal international wurde.
Ravepedia:
Sehr coole Geschichte. Ich glaube, die kennen tatsächlich nicht viele.
Woher nimmst du heute deine Inspiration? Gibt es Dinge außerhalb der Musik, die deinen Sound oder deine Kreativität beeinflussen?
Toby Romeo:
Ich glaube, die größte Inspiration kommt tatsächlich von außerhalb der Musik.
Durch diesen Job lernt man unglaublich viele Menschen kennen, erlebt verschiedene Kulturen und reist an die unterschiedlichsten Orte. Am Ende ist es die Summe all dieser Erfahrungen und Eindrücke aus dem Alltag und von Reisen, die mich inspiriert und beeinflusst.
Ich habe mir vorgenommen, nichts mehr zurückzuhalten, sondern die Musik wirklich rauszubringen.
Ravepedia:
Dann werfen wir mal einen Blick nach vorne. Wenn du an die zweite Jahreshälfte denkst: Worauf freust du dich am meisten und welche Ziele hast du dir gesetzt?
Toby Romeo:
Am meisten freue ich mich wahrscheinlich auf das Electric Love Festival in Österreich.
Das ist für mich ein Heimspiel, weil ich aus Salzburg komme. Ich bin mittlerweile seit ungefähr zehn Jahren Teil dieses Festivals und habe dieses Jahr wieder die Ehre, die Mainstage zu schließen. Das wird definitiv eines meiner Highlights 2026.
Ansonsten freue ich mich darauf, so viel Musik zu veröffentlichen wie noch nie zuvor. Ich habe mir vorgenommen, nichts mehr zurückzuhalten, sondern die Musik wirklich rauszubringen. Durch Perfektionismus erwischt man sich oft dabei, alles zu überdenken. Es gab Phasen, in denen ich dadurch sehr lange nichts veröffentlicht habe. Das möchte ich ändern. Wenn ich stolz auf einen Track bin, dann soll er auch rauskommen.
Ravepedia:
Das heißt, die Leute sollten deinen Spotify-Kanal in den kommenden Monaten im Auge behalten?
Toby Romeo:
Absolut im Auge behalten. (lacht)
Ravepedia:
Dann kommen wir zu unserer Signature Question.
Stell dir vor, jemand hört deine Musik zum ersten Mal auf einer Tanzfläche – spät in der Nacht, wenn der Moment genau richtig ist. Welches Gefühl sollte diese Person erleben?
Toby Romeo:
Gänsehaut.
Ravepedia:
Ich glaube, das ist das perfekte Schlusswort. Vielen Dank für das Interview und eine großartige zweite Jahreshälfte.
Toby Romeo:
Dankeschön.

