World Club Dome 2026 – Zwischen starken Momenten und berechtigter Kritik

Der World Club Dome gehört zu den größten Festivals Deutschlands und wurde vom renommierten DJ Mag auf Platz 11 der besten Festivals der Welt gewählt. Wie die diesjährige Ausgabe verlief, erfahrt ihr jetzt in unserem Review. Und so viel vorweg: Nicht alles verlief ohne Kritikpunkte.


Anreise & erster Eindruck

Bei der Anreise zur Location kann zumindest mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht viel schiefgehen. Einfach in die S-Bahn steigen, zwei Stationen fahren und schon steht man nach wenigen Minuten vor dem Stadion. Direkt auf dem Weg konnte man sich noch schnell sein Bändchen abholen und einem ausgelassenen Festivalwochenende stand nichts mehr im Weg.

Das Gelände selbst ist riesig und die Wege zwischen den zahlreichen Bühnen können durchaus etwas Zeit in Anspruch nehmen. Wobei am Freitag noch nicht alle Bereiche geöffnet waren. So wurde der komplette Bereich rund um das Schwimmbad und die neue UNREAL Stage erst mit Beginn des zweiten Festivaltages freigegeben.


Die neue 360-Grad-Stage: Spannende Idee mit Licht und Schatten

Ganz neu in diesem Jahr war das Konzept der 360-Grad-Stage, das sich für mich als Idee mit Licht und Schatten herausstellen sollte.

Vor allem tagsüber wirkte die Stage teilweise etwas verloren. Die Besucher verteilten sich über das gesamte Gelände und zusätzlich über die große Fläche des Stadions inklusive der Tribünen. Dadurch entstanden zeitweise Momente, in denen die Area erstaunlich leer wirkte.

Besonders aufgefallen ist mir das am Sonntag während des Sets von Steve Angello, der vor einem gefühlt nur spärlich gefüllten Stadion ein wirklich starkes Set spielte.

Mit Einbruch der Dunkelheit änderte sich das Bild jedoch deutlich. Die steigende Auslastung, die Visuals und die gesamte Inszenierung sorgten bei den Headlinern für eine mitreißende Atmosphäre. Mein persönliches Highlight auf dieser Bühne war dabei ganz klar James Hype mit seiner Sync-Show – der einzigen in Deutschland.


Bebe Rexha & die Outdoor-Mainstage

Besonders gespannt war ich an diesem Wochenende auf Bebe Rexha, die mit ihrem aktuellen Song „New Religion“ aktuell große Erfolge feiert.

Mein Fazit nach ihrem Auftritt: Es war gut, aber mich hat die Performance nicht zu hundert Prozent überzeugt.

Auf der Outdoor-Mainstage bin ich immer wieder vorbeigekommen, habe dort allerdings nie ein komplettes Set gesehen, da schlichtweg zu viele interessante Programmpunkte parallel stattfanden.

Positiv in Erinnerung geblieben ist mir hier vor allem Oswald, die mit ihrem von Positivität geprägten Set für gute Stimmung sorgten.

Der Sonntag stand auf dieser Bühne dann stark im Zeichen von Rap. Gleichzeitig sorgte die kurzfristige Absage von Haftbefehl für die wohl größte Enttäuschung des Wochenendes – auch wenn viele Besucher offenbar bereits damit gerechnet hatten.


UNREAL Stage als Überraschung des Wochenendes

Definitiv eines meiner Highlights beim World Club Dome 2026 war die neue UNREAL Stage.

Das in die Crowd integrierte Design machte optisch richtig Eindruck und sorgte für eine besondere Atmosphäre. Zugegeben: Ich bin im Hardtechno nicht tief genug drin, um jeden Artist zu kennen. Was ich aber sagen kann: Die Stimmung auf dieser Stage hat mir unglaublich gut gefallen.

Hier hatte ich über das gesamte Wochenende eine richtig gute Zeit. Einzig der Schotterboden machte das Stehen und Tanzen hier und da etwas unangenehm.

Nach diesem Wochenende steht für mich aber fest: Mit Hardtechno werde ich mich künftig definitiv etwas intensiver beschäftigen.


Lifestyle Area & die Suche nach der Secret Stage

Ebenfalls ab Tag zwei öffnete die Lifestyle Area ihre Tore. Hier konnte man nicht nur zu elektronischen Beats im Pool entspannen, sondern auch verschiedene sportliche Aktivitäten ausprobieren.

Ein besonderes Highlight war dabei sicherlich der Arschbomben-Contest mit Juroren wie Le Shuuk und Big Tim.

Generell hat mir die gesamte Area sehr gut gefallen. Sie bot einen Ort, an dem man dem Trubel des Festivalgeländes für einen Moment entkommen und etwas durchatmen konnte.

Und apropos Gelände: Habt ihr die gefühlte Secret Stage – die Kiosk Stage – entdeckt?

Wir selbst haben sie erst am letzten Tag gefunden, nachdem wir im WCD-Chat davon gelesen hatten. Eine wirklich coole Idee, die meiner Meinung nach ruhig etwas besser hätte ausgeschildert werden können.


Der größte Kritikpunkt: Die IQOS Stage

Besonders negativ in Erinnerung geblieben ist mir die IQOS Stage.

Hier wurde Besucher:innen der Zutritt zur Tanzfläche nur erlaubt, wenn sie sich zuvor mit ihren persönlichen Daten registriert hatten.

Für mich ist das ein absolutes No-Go. Menschen, die viel Geld für ein Festivalticket bezahlt haben, sollten nicht gezwungen werden, ihre Daten preiszugeben, um eine Bühne betreten zu dürfen.

Ich selbst war dort lediglich für den Besuch bei meinen Freunden von AXMO und habe die Area anschließend das gesamte Wochenende gemieden.

Auch von anderen Besucher:innen habe ich hierzu viel Unverständnis wahrgenommen.


Interviews zwischen den Sets

Neben dem Festivalgeschehen standen für mich an diesem Wochenende auch einige Interviews auf dem Programm.

So traf ich unter anderem STVW, Big Tim, Black Circle, Toby Romeo sowie ganz spontan Yann Hendriksen, den ich am darauffolgenden Tag sogar noch bei seinem Set an der Kiosk-Stage besucht habe.


Food & Preise

Kulinarisch hatte der World Club Dome einiges zu bieten. Von Burgern, Pommes und Bratwurst bis hin zu internationalen und vegetarischen Gerichten war alles vertreten.

Preislich lag mein Hotdog bei etwa 7 Euro, die Bratwurst bei 6 Euro und Pommes starteten bei 5,50 Euro.

Zu den Getränkepreisen würde ich euch gerne mehr erzählen – leider habe ich mir diese nicht notiert. Dafür ein großes Sorry.


Fazit: Ein Festival im Wandel

Wie würde ich den World Club Dome 2026 zusammenfassen?

Es war ein Festival mit Höhen und Tiefen.

Im Vorfeld waren viele Besucher nicht vollständig glücklich mit dem Line-up und ja, es gab in der Vergangenheit stärkere Ausgaben. Gleichzeitig versucht der Veranstalter aber, die Ticketpreise für reguläre Besucher einigermaßen moderat zu halten. Das wirkt sich zwangsläufig auch auf das Booking aus.

Trotzdem empfand ich das Line-up insgesamt als solide und abwechslungsreich.

Die neue UNREAL Stage ist für mich ein absoluter Pluspunkt. Design, Musik und Stimmung haben hier hervorragend funktioniert.

Bei der 360-Grad-Stage bin ich dagegen noch etwas unentschlossen. Die Idee ist spannend und definitiv mal etwas anderes, aber für mich hat das Konzept noch nicht in jeder Situation funktioniert.

Mein einziger wirklich großer Kritikpunkt bleibt die erzwungene Datenabgabe für den Zugang zu einer bestimmten Bühne. Das sollte meiner Meinung nach im kommenden Jahr unbedingt überdacht werden.

Dennoch war es über weite Strecken ein gelungenes Wochenende und gleichzeitig der Auftakt in einen für uns sehr intensiven Festivalsommer.

Der World Club Dome verändert sich. Gleichzeitig zeigt genau das, dass das Festival lebt und die Veranstalter sich Gedanken darüber machen, wie sich der „größte Club der Welt“ in Zukunft weiterentwickeln kann.

Der Vorverkauf für den World Club Dome 2027 läuft bereits. Tickets sind aktuell ab 127 Euro im Ticketshop erhältlich.