Freitag und Samstag als Festivaltage? Klingt im ersten Moment vielleicht ein bisschen ungewohnt. Schließlich finden die meisten Festivals klassischerweise von Samstag bis Sonntag statt. Aber wenn man es einmal ausprobiert hat, merkt man schnell: Eigentlich ist die Kombination ziemlich clever. Zwei Tage feiern, tanzen und gute Musik genießen – und am Sonntag bleibt noch genug Zeit, um auszuschlafen, den Kopf wieder auf Normalbetrieb zu bringen und das Wochenende entspannt ausklingen zu lassen. Gerade nach einem intensiven Partywochenende ist das definitiv ein Pluspunkt.
Für mich ging es am Freitag mit dem Auto aus dem Norden Berlins einmal quer durch die Stadt und anschließend weiter Richtung Potsdam. Rund eine Stunde Fahrtzeit – für ein Festivalwochenende absolut machbar. Und irgendwie gehört die musikalische Einstimmung auf der Fahrt für mich sowieso schon zum Festival dazu.
Auch für alle, die aus Berlin oder dem Brandenburger Umland kommen, ist das Havelbeats dadurch ziemlich unkompliziert zu erreichen. Wer lieber mit der Bahn unterwegs ist, fährt bis zum Potsdamer Hauptbahnhof und kommt von dort mit der Tram in wenigen Minuten weiter zur Location. Wer daraus direkt ein ganzes Wochenende machen möchte, kann sich natürlich auch ein Hotel in Potsdam nehmen.
Und genau das finde ich besonders schön: Das Havelbeats liegt nicht irgendwo abgeschieden, sondern mitten in einer Stadt, die selbst schon einiges zu bieten hat. Wer neben dem Festival noch Potsdam erkunden möchte, kann Musik, Party und Kultur wunderbar miteinander verbinden. So wird aus einem Festivalbesuch schnell ein kleines kulturelles Wochenende.
Ankommen und direkt auf die Tanzfläche
Vor Ort gab es ein kleines Parkhaus sowie kostenfreie Parkmöglichkeiten in den umliegenden Straßen. Wer etwas früher ankommt, hat entsprechend gute Chancen auf einen Parkplatz in der Nähe. Bei späterer Anreise muss man sich gegebenenfalls auf ein paar zusätzliche Gehminuten einstellen – für mich aber absolut kein Problem.
Nach dem Einlass ging es dann auch ziemlich schnell los: keine langen Wege, kein kompliziertes Gelände und vor allem kein ständiges Orientieren mit dem Handy. Das Havelbeats ist angenehm übersichtlich aufgebaut.
Besonders gut gefallen hat mir dabei die Aufteilung der einzelnen Höfe. Die verschiedenen Bereiche hatten jeweils mehrere Zugänge, sodass man nicht immer denselben Eingang nutzen musste. Dadurch konnte man sich ziemlich frei über das Gelände bewegen und quasi seine eigene Runde drehen, statt ständig wieder zum gleichen Punkt zurücklaufen zu müssen. Gerade wenn man zwischen verschiedenen Acts wechseln möchte, ist das unglaublich praktisch.
Die Atmosphäre habe ich während des gesamten Wochenendes als ausgesprochen entspannt wahrgenommen. Die Menschen wirkten glücklich und zufrieden, ohne dass das Festival dadurch langweilig wurde. Im Gegenteil: Es hatte diese angenehme Mischung aus ausgelassener Partystimmung und einer gewissen Gelassenheit.
Freitag: Mein persönliches Highlight
Ab 15 Uhr öffnete das Havelbeats am Freitag seine Tore, die ersten Acts starteten ab 16 Uhr. Für mich war der Freitag ganz klar der persönliche Highlight-Tag.
Mit Paracek, Kuko, Bovksi, L.Zwo, 2Hot2Play, Paul Wolf und A.N.I. war für mich auf der Mainstage und im Trancegarden eigentlich durchgehend für ordentlich Partystimmung gesorgt. Viel Zeit zum Durchatmen blieb da nicht – und genau das wollte ich an meinem Freitag auch nicht.
Aber auch die anderen Bereiche sorgten dafür, dass es musikalisch nie langweilig wurde. Im Schirrhof und in der Arena standen unter anderem Kaacee, Vieze Asbak und KNTRLVRLST auf dem Programm. Dadurch hatte man immer wieder die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Sounds und Locations zu wechseln.
Was mir dabei besonders gefallen hat: Obwohl das Gelände überschaubar ist, fühlte es sich musikalisch nicht klein an. Durch die verschiedenen Höfe und Bühnen konnte man immer wieder einen neuen Bereich entdecken und den Abend ganz nach dem eigenen Geschmack gestalten.

Samstag: Kein Pflicht-Act – und genau das war perfekt
Der Samstag begann beim Havelbeats bereits um 13 Uhr. Und anders als am Freitag hatte ich an diesem Tag keinen einzigen Act auf meiner Liste, bei dem ich gesagt hätte: Den muss ich unbedingt sehen.
Was zunächst vielleicht negativ klingt, war für mich tatsächlich eine der besten Sachen am Samstag.
Denn genau dadurch hatte ich endlich einmal die Freiheit, mich komplett treiben zu lassen. Acts anzuschauen, die ich sonst vielleicht nicht in meinen persönlichen Timetable geschrieben hätte. Künstler zu entdecken, die mir vorher noch gar nicht so bekannt waren. Einfach dort bleiben, wo es gerade Spaß macht – und weiterziehen, wenn einem nach etwas Neuem ist.
Und genau so sah unser Samstag dann auch aus: mal hier, mal dort und möglichst viel mitnehmen.
Von der Mainstage bei Gestört aber Geil ging es zu Dr. Motte in den Schirrhof. Danach weiter zu Perkins in den Goa Garden, zurück zur Mainstage zu OBS und anschließend wieder in den komplett vollen Schirrhof, weil Taktstörer auflegte.
Kurz bei Yamas vorbei, weiter zu den Gebrüder Brett – und am Ende gemeinsam mit Neelix tanzen.
Wow.
Genau für solche Tage liebe ich Festivals. Nicht jeder Moment muss vorher geplant sein. Manchmal sind es gerade die Acts, die man eigentlich gar nicht auf dem Zettel hatte, die am Ende für die besten Erinnerungen sorgen.
Von herzhaft bis flüssig: Die Festivalversorgung
Natürlich gehört zu zwei Tagen Tanzen auch die passende Stärkung. Dafür standen verschiedene Foodtrucks von Redo bereit und sorgten für genügend Auswahl, um zwischendurch wieder Energie zu tanken.
Preislich sollte man – je nach Angebot – ungefähr mit 10 bis 15 Euro für ein Essen und etwa 5 bis 10 Euro für ein Getränk rechnen. Damit bewegt sich das Havelbeats eher in dem Bereich, den man von Festivals inzwischen gewohnt ist.
Auch bei den Toiletten gab es mehrere Möglichkeiten. Allerdings überwogen nach meinem Eindruck die Dixis deutlich gegenüber den fest installierten Spültoiletten.
Festivalwetter, wie man es sich wünscht
Und dann war da noch das Wetter.
Das gesamte Wochenende spielte es einfach perfekt mit. Nicht zu heiß, aber auch nicht kalt – genau die Temperaturen, bei denen man den ganzen Tag draußen sein und tanzen kann, ohne nach zwei Stunden komplett erledigt zu sein.
Kurz gesagt: Festivalwetter.
Fazit: Zwei Tage Party und ein Sonntag zum Durchatmen
Das Havelbeats hat für mich vor allem durch seine entspannte Atmosphäre und die unkomplizierte Gestaltung des gesamten Wochenendes überzeugt.
Die übersichtliche Location, die verschiedenen Höfe mit ihren mehreren Zugängen, die abwechslungsreichen Bühnen und natürlich das Line-up sorgen dafür, dass man sich schnell zurechtfindet und trotzdem immer wieder etwas Neues entdecken kann.
Besonders gefallen hat mir aber die Kombination aus Freitag und Samstag. Zwei Tage voller Musik und Party – und danach ein kompletter Sonntag zum Ausschlafen und Erholen. Für mich funktioniert dieses Konzept überraschend gut.
Wer aus Berlin oder Brandenburg kommt, hat außerdem den Vorteil, dass Potsdam schnell und unkompliziert erreichbar ist. Und wer daraus ein komplettes Wochenende machen möchte, bekommt mit Potsdam direkt noch eine schöne Stadt mit Kultur, Geschichte und vielen weiteren Möglichkeiten dazu.
Am Ende bleibt bei mir vor allem das Gefühl eines sehr entspannten, glücklichen Festivalwochenendes. Viel Musik, unterschiedliche Sounds, spontane Entdeckungen, gutes Wetter und jede Menge Zeit zum Tanzen.
Havelbeats – zwei Tage Party, die sich eher wie ein Kurzurlaub angefühlt haben.

