Mit dem Ferdinands Feld stand für mich in diesem Festivalsommer ein Besuch im beschaulichen Rotenburg (Wümme) auf dem Programm. Das Festival gilt inzwischen als feste Größe im Norden und überzeugt vor allem durch seine entspannte Atmosphäre, kurze Wege und ein Line-up, das viele Facetten der elektronischen Musik vereint.
Bereits bei der Anreise zeigte sich das Festival von seiner unkomplizierten Seite. Ohne größere Wartezeiten ging es direkt auf den Tagesparkplatz und wenig später aufs Gelände. Ein großer Vorteil des Ferdinands Feldes ist dabei seine überschaubare Größe. Während man auf manchen Großfestivals lange Strecken zwischen den Bühnen zurücklegen muss, ist hier alles schnell erreichbar.
Ein verregneter Auftakt mit Verbesserungspotenzial
Der Freitag begann allerdings mit einem kräftigen Wolkenbruch. Rund 45 Minuten lang verwandelte Starkregen das Gelände in eine nasse Angelegenheit und machte den Festivalstart für viele Besucher alles andere als angenehm.
Dabei zeigte sich auch einer der wenigen Kritikpunkte des Wochenendes. Auf dem Gelände gibt es bislang nur sehr wenige überdachte Bereiche, die Schutz vor Regen oder starker Sonneneinstrahlung bieten. Gerade weil das Festival in der Fläche noch Potenzial für zusätzliche Aufenthaltsbereiche hätte, wäre dies aus meiner Sicht eine sinnvolle Investition für die kommenden Jahre.
Zum Glück klarte das Wetter anschließend wieder auf und die Stimmung kehrte schnell zurück.
Malleschlager, Hardstyle und ein lang erwartetes Interview
Mit Isi Glück stand am Freitag eine Künstlerin auf der Bühne, die man ursprünglich nicht unbedingt auf einem Festival für elektronische Musik erwarten würde. Doch einmal mehr zeigte sich ein Trend, den man inzwischen auf vielen Veranstaltungen beobachten kann: Mallestars werden vom Publikum hervorragend angenommen und sorgen für willkommene Abwechslung im Programm.
Für mich persönlich stand an diesem Tag jedoch vor allem ein Termin im Mittelpunkt: das Interview mit dem sympathischen Duo ANVEE. Auf dieses Gespräch hatte ich mich schon lange gefreut und das komplette Interview findet ihr schon bald bei uns auf Ravepedia.
Kurz vor unserem Treffen standen die beiden noch selbst auf der Bühne und lieferten mit ihrer positiven, energiegeladenen Art genau die Stimmung, für die sie inzwischen bekannt sind. Besonders schön war dabei die musikalische Abwechslung im Vergleich zu ihrem Auftritt eine Woche zuvor beim Open Beatz.
Parallel sorgte Noisetime auf dem Terminal 2 für ordentlich Abriss und lieferte eines der Highlights des ersten Tages. Den Abschluss machte anschließend mit Dual Damage einer der größten Namen des gesamten Festivals und setzte damit den perfekten Schlusspunkt unter den Freitag.
Geburtstag auf dem Festival
Der Samstag war der eigentliche Haupttag des Wochenendes. Nach einem entspannten Frühstück in der Nähe meines Hotels ging es zurück auf das Gelände – dieses Mal über den Crewparkplatz, was die Anreise natürlich noch etwas angenehmer machte.
Da nun alle Bereiche geöffnet waren, startete ich mit einem Rundgang über das komplette Gelände. Mein erster längerer Stopp führte mich zu Pretty Pink, deren grooviger Sound für mich der perfekte Einstieg in den Tag war.
Direkt danach folgte der komplette Kontrast bei Sickmode. Das Terminal 2 verwandelte sich innerhalb kürzester Zeit in einen Hexenkessel und die Crowd feierte jede Minute seines Sets. Zugegeben war das Terminal 2 an diesem Wochenende nicht die Stage, auf der ich die meiste Zeit verbracht habe, da die Hardstyle-Auswahl nicht ganz meinen persönlichen Vorlieben entsprach. Das ist aber reine Geschmackssache.
Ein besonderes Highlight wartete anschließend backstage. Gemeinsam mit meinen inzwischen guten Freunden von AXMO und STVW wurde auf meinen Geburtstag angestoßen. Es gibt definitiv schlechtere Orte, um seinen Geburtstag zu feiern.
Mainstage-Momente und starke Live-Performances
Gemeinsam mit AXMO ging es anschließend auf die Mainstage. Der Blick von dort oben auf die Menschenmenge ist einfach etwas Besonderes. Die beiden lieferten wie gewohnt ein energiegeladenes Set ab und spielten mit „Rave Love“ auch einen meiner persönlichen Lieblingstracks.
Vor der Bühne war dabei deutlich zu spüren, dass die Besucher richtig Lust auf das Festival hatten. Die Stimmung war ausgelassen und die Crowd ging von Anfang bis Ende mit.
Danach führte mich mein Weg direkt in die Menge zu STVW. Seine Sets unterscheiden sich musikalisch deutlich von vielen anderen Artists der Szene und genau das macht sie für mich so spannend. Seine Produktionen und sein Stil holen mich jedes Mal aufs Neue ab.
Für etwas mehr Abwechslung ging es später zum Terminal 3, wo die Hamburger Künstlerin Tommahawk auflegte. Mit ihrem melodischen und gleichzeitig treibenden Sound traf sie genau meinen Geschmack. Besonders positiv blieb mir aber auch die kurze Unterhaltung vor ihrem Auftritt in Erinnerung. Selten erlebt man jemanden, der auf Anhieb so sympathisch wirkt.
Showtek und D-Block & S-te-Fan liefern das große Finale
Zum Abschluss des Wochenendes wurde es noch einmal richtig energiegeladen. Zunächst sorgte Showtek mit einem ihrer seltenen Festivalauftritte für echte Nostalgie-Momente. Klassiker wie „Booyah“ versetzten viele Besucher zurück in frühere Festivaljahre.
Anschließend übernahmen D-Block & S-te-Fan das Kommando. Mit jeder Menge Energie, bekannten Hymnen und einem großen Feuerwerk sorgten sie für einen würdigen Abschluss des Ferdinands Feld 2026.

Fazit: Ein Festival, das sich Jahr für Jahr weiterentwickelt
Das Ferdinands Feld überzeugt nicht durch die größten Headliner der Welt, sondern durch ein stimmiges Gesamtpaket. Die Wege sind kurz, die Atmosphäre entspannt und das Line-up deckt nahezu alle Facetten elektronischer Musik ab.
Besonders positiv fällt auf, dass sich das Festival kontinuierlich weiterentwickelt. Im Vergleich zu meinen vorherigen Besuchen sind viele Bereiche noch professioneller geworden. Lediglich das Thema wettergeschützte Aufenthaltsflächen sollte aus meiner Sicht künftig stärker berücksichtigt werden.
Abgesehen davon war das Ferdinands Feld 2026 genau das, was man sich von einem mittelgroßen Festival wünscht: unkompliziert, familiär und voller guter Musik. Wer aus Norddeutschland kommt und nach einer Alternative zu den ganz großen Mega-Festivals sucht, sollte das Ferdinands Feld definitiv auf dem Zettel haben.
Die Tickets für die Ausgabe 2027 sind bereits im Verkauf – und erfahrungsgemäß sollte man mit dem Kauf nicht allzu lange warten. Über diesen Link kommst du direkt in Ferdis Ticketshop!

